Selbsterneuerungskräfte von Organisationen stärken und aktivieren

Organisationen entwickeln sich autopoietisch. Das heißt, sie erhalten bzw. erschaffen sich ständig aus sich selbst heraus und können nicht von Außen gesteuert oder zu etwas Konkretem gebracht werden. Vielmehr geht es darum, in einem Prozess der Organisationsentwicklung die Dynamiken, Wechselwirkungen, Musterbildungen, Ressourcen und Potenziale einer Organisation für die Menschen in der Organisation bewusst und besprechbar zu machen, damit diese die Organisation in all ihren Polaritäten und Spannungsfelder zieldienlich weiterentwickeln können.

Wenn wir Organisationen in ihrer Entwicklung stärken und begleiten wollen, bedeutet dies, wir können als Organisationsentwicklungsberatende oder Führungskräfte das Bewusstsein für die vorhandenen Potenziale zur autopoietischen Selbsterneuerung schärfen und anregen, so dass die Wahrscheinlichkeit für erwünschte Entwicklungsprozesse steigt.

Ein Organisationsentwicklungsprozess verfolgt in seiner Gestaltung deshalb das Ziel, die Organisation und ihre Menschen in der Fähigkeit zu stärken, selbstständig Entwicklungsprozesse zu entwerfen und durchzuführen. Je besser die Menschen einer Organisation ihr eigenes Handeln, die Handlungslogik der Organisation und die dahinter liegenden Paradigmen verstehen und mithilfe von Modellen, Methoden und Erfahrungsräumen erkennen und erleben, wie sie ihre Organisation ganzheitlich weiterentwickeln können, umso eher gelingt es ihnen, dies selbstreflexiv in die Praxis umzusetzen. Dabei meint ganzheitlich eben, die Organisation in all ihren Wesenselementen – Identität, Strategie/Policy, Aufbaustruktur, Menschen/Klima, Funktionen, Prozesse und physische Mittel – zu betrachten und von innen heraus so zu gestalten, dass die Organisation ihre Selbsterneuerungspotenziale erkennen und aktivieren kann.

Die 7 Wesenselemente - Ganzheitliches Systemkonzept nach Frieidrich Glasl - Quelle Abbildung: Andersch J. u. O. Martin (2023): Landkarten der Transformation. Syntaktisch-hypnosystemische Entwicklungsberatung. Heidelberg (Carl-Auer)

Die Verantwortung für den Entwicklungsprozess liegt dabei beim Klientensystem, und deshalb wird auch der ganze Organisationsentwicklungsprozess nicht für das Klientensystem geplant, sondern mit ihm.

An der diesjährigen Tagung der «Luzerner Tage der Kunst des Transformierens» gehen die Berater:innen von Trigon Luzern gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden der Frage nach, wie diese Selbsterneuerungskräfte durch Führungskräfte und Berater:innen konkret unterstützt werden können, indem unauflösbare organisationale Spannungsfelder erkundet und balanciert werden. Mittels verschiedener sozialkünstlerischer Methoden und einer systematischen Verarbeitung der daraus gewonnenen Erfahrungen, werden die Teilnehmenden sowohl generelle Erkenntnisse zur Stärkung der Selbsterneuerungsfähigkeit gewinnen, als auch eigene Anregungen für ihre Führungs- bzw. Beratungspraxis mitnehmen können.

Hier geht es zur diesjährigen Ausgabe der “Luzerner Tage der Kunst des Tranformierens” vom 4.12.2026